PIET MONDRIAN: DAS GEHEIMNIS DER PERFEKTEN BALANCE

La Prairie x Fondation Beyeler: Andy meets Warhols neueste Kunstreise f├╝hrt in die Fondation Beyeler, eines der meistbesuchten Museen der Schweiz. Hier lassen Restauratoren mithilfe der Schweizer Kosmetikmarke La Prairie vier Gem├Ąlde des Malers Piet Mondrian auferstehen. Die Zusammenarbeit von La Prairie und der Fondation Beyeler f├╝hrt nicht nur zu neuen kunstwissenschaftlichen Erkenntnissen ├╝ber die Werke und den Maler Piet Mondrian selbst, sondern spielt eine wichtige Rolle in der Erhaltung dieser Werke f├╝r zuk├╝nftige Generationen.

ÔÇ×Mondrians Stil entwickelte sich von Landschaften und Stillleben zu geometrischen Leinw├ĄndenÔÇŁ

Die Fondation Beyeler verf├╝gt ├╝ber zahlreiche Werke von Piet Mondrian und eine der umfangreichsten Sammlungen des K├╝nstlers in der Schweiz ÔÇô angefangen von wichtigen fr├╝hen Arbeiten zu sp├Ąten Klassikern dieses Meisters des 20. Jahrhunderts. Die Zusammenarbeit von La Prairie und der Fondation Beyeler unterst├╝tzt die Restauration von vier Werken f├╝r einen Zeitraum von zwei Jahren bis 2022. Danach sollen diese in eine grosse Mondrian-Ausstellung in der Fondation Beyeler einbezogen werden. 

Laut Ulf K├╝ster, einem noch von Ernst Beyeler eingestellten Kurator der Fondation, hat Mondrian eine pr├Ągende Rolle in der Kunstgeschichte: ÔÇ×Der Maler hat auf strategische Art und Weise seinen Malstil von figurativ auf abstrakt ver├Ąndert und spielt damit eine wichtige Rolle in der Entwicklung der modernen Kunst.ÔÇť

Mondrians Stil entwickelte sich von Landschaften und Stillleben zu Leinw├Ąnden mit geometrischen Figuren und Mustern. Die 1920er-Jahre waren pr├Ągend f├╝r Mondrian. Als der 39-j├Ąhrige Mondrian 1912 nach Paris zog, bedeutete dies einen dramatischen Wendepunkt in seinem Schaffen. Zu dieser Zeit war die franz├Âsische Metropole die Welthauptstadt der progressiven Kunst. Dort entwickelte Mondrian nicht nur ein Gef├╝hl f├╝r Farbe, sondern reifte auch k├╝nstlerisch: Sein Stil wurde zunehmend puristischer. Auch wurde er dort auf ├Ąsthetische Entwicklungen wie den Kubismus aufmerksam.

ÔÇ×Alles kommt und entwickelt sich aus der NaturÔÇŁ

Die vier Mondrian-Werke Tableau No. I (1921 – 1925), Composition with Yellow and Blue (1932), Composition with Double Line and Blue (1935) und  Lozenge Composition with Eight Lines and Red (1938) sind charakteristisch f├╝r Mondrians Werk. Der K├╝nstler gilt als Begr├╝nder des Neoplastizismus in der abstrakten Kunst. Mondrian beschrieb es so: ÔÇ×Kunst ist eine Zweiheit von Mensch und Natur, nicht blo├č Natur. Der Mensch gestaltet die Natur nach seinem Bilde: wenn der Mensch sein tiefstes Wesen wiedergibt, Innerlichkeit offenbart, muss er notwendigerweise auch die Natur verinnerlichen.ÔÇŁ (kuntstdirekt.net)

Diese Geisteshaltung spiegeln auch die vier Werke mit den Elementen dieser ÔÇ×dritten DimensionÔÇŁ wider. Zun├Ąchst zeigen sich dem Betrachter die charakteristischen puren Farben. Bei genauerem Hinschauen entdeckt man unterschiedliche Weisst├Âne, Linien mit gleichen Dimensionen oder auch Doppellinien und variierende Pinselstriche. Die elegante Komposition von Form und Farbe spielt eine zentrale Rolle und soll nach Mondrian zu ÔÇ×Harmonie und BalanceÔÇŁ f├╝hren. 

Interessantes Beispiel f├╝r diese eindrucksvolle Technik Mondrians ist das Werk Tableau No. I, das in den Jahren 1921 bis 1925 entstand. Es besticht durch seine r├Ąumliche Qualit├Ąt und den auff├Ąlligen Einsatz roter Farbe. Trotz seiner reinen und klaren Formen und Struktur, die der Natur entlehnt sind, hat das Werk eine sehr lebhafte Ausstrahlung. 

Neben den kuratorischen und kunsthistorischen sind auch erste wissenschaftliche Erkenntnisse des Projektes erw├Ąhnenswert. In den ersten Monaten der Restaurierung wurde laut Markus Gross, dem Hauptkonservator der Fondation Beyeler, die generelle Kondition des Gem├Ąldes evaluiert. Es handelt sich um ein einzigartiges, authentisches und niemals zuvor behandeltes Werk. Die Originalbildfl├Ąche weist sogar einen Fingerabdruck von Mondrian auf. Besonders bemerkenswert ist, dass Mondrian das Werk auf einer Arbeitsplatte und nicht auf einer Staffelei malte und in den Jahren bis zur Fertigstellung die Farbkompositionen mehrmals ver├Ąnderte. 

Ein weiteres besonderes Merkmal stellen die Bilderrahmen der vier Werke dar. Mondrian entwickelte ein einzigartiges und f├╝r seine Zeit innovatives System mit Streifen- und Hilfsrahmen, die alle von ihm bemalt wurden. Laut dem K├╝nstler sollten diese Rahmen das Gef├╝hl von Tiefe verhindern, das durch traditionelle geschnitzte Rahmen erzeugt wurde. Man erhofft sich vertiefende Erkenntnisse ├╝ber die Arbeitsweise Mondrians im Rahmen des Projektes mit internationalen Mondrian-Experten, u. a. einem Team aus Amsterdam. Bis zum Jahr 2022 sollen diese und andere Mondrian-Bilder miteinander verglichen und mit Mikroskoptechnik, Begutachtung mit nat├╝rlichem Licht und unter UV-Licht untersucht werden.

Luxus mit h├Âherem Sinn?

La Prairies Auseinandersetzung mit der Kunst begann in den 1930er-Jahren. Kunst hatte seit je einen pr├Ągenden Einfluss f├╝r die Kosmetikmarke und bilde sozusagen ihre DNA. Der CMO Greg Prodromides dr├╝ckt es so aus: ÔÇ×Kunst ist ein Prisma, durch das wir die Welt sehen.ÔÇŁ Ein interessantes Beispiel f├╝r die zentrale Rolle, die die Kunst im Konzern spielt, ist der Entwurf der avantgardistischen K├╝nstlerin Niki de Saint Phalle f├╝r die ÔÇ×Skin Caviar La PrairieÔÇť-Flaschen. Die Verbindung des von Saint Phalle f├╝r die Flaschen benutzten Kobaltblaus spielt auch in La Prairies Produktdesign eine zentrale Rolle. 

La Prairie Skin Caviar Tiegel in Kobaltblau

Auch Elemente aus der Bauhausperiode zeigen sich im kreativen Ausdruck des Hauses und der Marke. Piet Mondrians Einfluss pr├Ągt seit einigen Jahren die Gestaltung von La Prairie-Produkten und Boutiquen. Boutique-Designs sowie die Verbindung zur Natur bilden eine nat├╝rliche Verbindung zwischen den Werken des K├╝nstlers und der Marke La Prairie. Das Design der Marke ist stark inspiriert von Mondrians minimalistischer ├ästhetik, seiner geometrischen Pr├Ązision und der Reinheit der Form.

Dar├╝berhinaus soll durch die Zusammenarbeit von La Prairie und der Fondation Beyeler die Restaurierung der Werke unterst├╝tzt werden und der Gesellschaft zur├╝ckgegeben werden. In sechs Web-Episoden auf www.laprairie.com/de-ch/the-art-journal kann man diesen Prozess nachverfolgen. 

Danke f├╝rs Lesen und bis bald

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