EIN „KUNSTFERNSEHER“ UND 5 KULTUR-TIPPS, DIE DU VIELLEICHT NOCH NICHT KENNST

Ein innovativer „Kunst“-Fernseher hat meinem Studio internationalen „Museumshauch” verliehen. Dazu beschert er mir ein neues TV-Erlebnis und vor allem viel Amüsement. Wer im Mai nicht fernsehen, sondern Anregendes ausserhalb der eigenen 4 Wände entdecken möchte, dem präsentiere ich 5 (noch) geheime Event-Tipps.

THE FRAME: DER KUNSTFERNSEHER ZUM LIEBHABEN

Rene Burri, Lotus, Beijing, 1964, Magnum Photos
Landon Nordeman, Haute Couture, 2015, New York Times

Der Produktclaim zu dem Fernsehgerät „The Frame“ lautet: „TV when it’s on. Art when it’s off.” „The Frame“ ist ein Fernseher, der bei Nichtgebrauch Kunst anzeigt. Ich schaue zwar ab und zu Fernsehen und Filme, schätze dennoch auch die ästhetisch ansprechende Integration des Frames in meinem Wohn- und Arbeitsraum. Gleich beim Auspacken des Frames fiel mir das schlichte und sehr schmale Design auf, das sehr zeitlos daherkommt. Der Bildschirm kann sowohl an die Wand montiert, auf den eigenen Möbeln als auch auf 3 Standbeinen aufgestellt werden. In diesen lässt sich der Kabelsalat verstecken – eine raffinierte Lösung.

The Frame & Bild, gemalt von Andy Meets Warhol, rechts

KANN EIN FERNSEHER WIRKLICH EINEM KUNSTWERK ODER DER FOTOGRAFIE GERECHT WERDEN?

Besonders gut gefällt mir der matte LED-Bildschirm. Der Frame integriert sich elegant in den Raum, dabei spielen sicherlich auch die schwarzen und holzfarbenen Bilderrahmen eine wichtige Rolle. Im TV-Modus ist das Bild bei einer Auflösung von 3.840 × 2.160 gestochen scharf – Samsung ist ja bekannt für seine Expertise im Bau ausgezeichneter Screens. Aber auch im Kunstmodus „Art Mode” wirken die Werke wie „ausgedruckt” und gerahmt. Diese Flexibilität, zusammen mit der enormen Auswahl an Kunstwerken, ist absolut beeindruckend. Auch für Digitalschaffende wie mir ist die Option, eigene fotografierte Bilder hochzuladen, ein zusätzlicher Trumpf.

TATE, PRADO ODER ALBERTINA IN ZÜRICH?

Ausser den 100 kostenlosen Werken, die der Frame bietet kann man im Samsung Art Store weitere Kunstwerke aus den Museen und Galerien für 4,99 CHF im Monat abonnieren oder für um die CHF 20 (je nach Kunstwerk) ohne Abonnement dauerhaft kaufen. Diese sind von Museen oder Galerien wie der Tate, dem Albertina Museum oder dem Prado kuratiert. Scrollt man im Store, kann man neue Werke entdecken und im Screen-Modus ausprobieren, was grosses Vergnügen bereitet. Der Wechsel der Kunst, je nach Lust und Laune, inspiriert und verleiht jedem Raum immer wieder einen neuen Charakter.

MEINE PERSÖNLICHE FRAME TV HIGHLIGHTS:

  1. Einfach aufzubauen
  2. Zeitloses und schlichtes Design
  3. Flexibilität
  4. Leicht und platzsparend
  5. Der Art Store mit einer Vielfalt an digitalen Kunstwerken

Mehr über The Frame hier

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Rene Burri, Lotus, Beijing, 1964, Magnum Photos

5 TIPPS

Wer nicht zur Tate nach London fliegen möchte und im Mai trotzdem auf Kulturtrip gehen möchte, dem offeriert die Schweiz zahlreiche, spannende Alternativen.

1. Bündner Kunstmuseum: Martin Disler. Die Umgebung der Liebe.

16.02. – 26.05.2019

Tauche im Bündner Kunstmuseum in ein 140 Meter langes, 4,40 Meter hohes Bild ein, das der Solothurner Künstler Martin Disler im Württembergischen Kunstverein Stuttgart 1981 in einer einzigartigen Aktion in nur vier Nächten gemalt hat. Das Werk ist von nationaler Bedeutung und wurde 2007 von der Gottfried-Keller-Stiftung erworben. Dislers Liebespanorama entfaltet viele Aspekte der Liebe wie Zärtlichkeit, Wollust oder gar (sexuelle) Gewalt. Man taucht unmittelbar in das Bild ein – und es gibt kein Entkommen.

Tipp: Beeile dich, die Ausstellung läuft nur noch bis zum 26.05. 

Bündner Kunstmuseum | Bahnhofstrasse 35 | CH-7000 Chur | T +41 81 257 28 70

2. Kunstmuseum La Chaux-de-Fonds: Anita Molinero mit „Die Rote Insel” und Denis Savary mit „Houdini” im Kunstmuseum La Chaux-de-Fonds

Sehr interessant sind die Künstler und deren Werke, die das Kunstmuseum La Chaux-de-Fonds momentan präsentiert: Schon öfter sind mir Anita Molineros Arbeiten aufgefallen. Die 1953 in Floirac geborene Künstlerin ist auf der Suche nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten durch die Verformung von Gegenständen und die Veränderung von Materialien, meistens durch Feuer.

Die in Paris lebende Künstlerin erforscht dabei die gegensätzlichen Kräfte des Feuers, mit dessen Hitze sie das Plastikmaterial verflüssigt. Anschliessend lässt sie es aushärten. So werden beispielsweise Mülltonnen zu Molineros Objekten. Sie bezeichnet Abfall als „Horizont menschlicher Aktivität“.

Einen guten Ausgleich zur Skulpturkunst bietet Denis Savarys Ausstellung „Houdini“. Der 1981 in Granges-Marnand (VD) geborene Künstler zeigt in seiner Ausstellung ein Werk, das aus zwei „Schachteln“ (zwei Räume des Museums) besteht. In einem Raum projiziert er jeweils sechs Videokanäle, im zweiten zeigt Savary winzige Zeichnungen, die in Cyanblau gedruckt und anschliessend als Tapete auf die Wände gezogen wurden. Diese sehr gegensätzlichen Räume agieren wie zwei Hemisphären: Der eine Raum wirkt warm und häuslich, der andere kalt, wild und gebrochen. Besonders interessant ist das überdimensionierte Bildfeld, durch das die Besucher einen Effekt des Eintauchens erleben können.

Kunstmuseum La Chaux-de-Fonds | Rue des Musées 33 | CH-2300 La Chaux-de-Fonds

Tel.: + 41 32 967 60 77

3. Tinguely Museum 

Vor Kurzem besuchte ich das faszinierende Tinguely Museum, das man erlebt haben muss. In einem prächtigen Bau von Mario Botta zeigt eine permanente Ausstellung das Leben und die Werke des Künstlers Jean Tinguely. Sein „Grosses Méta-Maxi-Maxi-Utopia, 1987” steht neben weiteren Werken zur Entdeckung bereit. Interessant: Tinguelys Freundschaft zu Marcel Duchamp, seine Beziehung zu Niki de Saint Phalle oder seine Leidenschaft für die Formel 1 – all dies prägte manche seiner Werke.

Tipp: Ich nahm an einer interaktiven #letsmuseeum-Tour teil und hatte eine Menge Spass –  Kunst traf auf Vergnügen. Im vorderen Teil des Museums, auf der „Fischgräte” mit Blick auf den Rhein, kann man in Ruhe viele Zitate von Tinguely durchlesen und Fotos aus seinem Archiv betrachten. Zudem kann man in bunten Schlangen-Stühlen von Niki de Saint Phalle den Blick über den Fluss geniessen.

Museum Tinguely | Paul Sacher-Anlage 1 | Postfach 3255 | CH-4002 Basel | T. +41 61 681 93 20

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr | Montag geschlossen

4. Hexenmuseum Schweiz

Seit mehr als einem Jahr ist das einzige Hexenmuseum der Schweiz an seinem neuen Standort, dem Schloss Liebegg in Gränichen, zu finden. Mehr als 1.000 sorgfältig zusammengetragene Objekte über das Thema Hexen können in diesem Privatmuseum entdeckt werden.

Tipp: Besuche das Museum am Sonntag, um frischen Kuchen in der Teestube zu schlemmen und den Kräutergarten zu erkunden.

Schloss Liebegg | Liebegg 2 | CH-5722 Gränichen AG | Schweiz | Tel.: 062 897 39 09 (nur während der Öffnungszeiten).

5. Bruno Weber Park: Fabelwesen im Limmattal

Wenn es mal nicht regnet und gutes Wetter herrscht, dann kann die Fabelwelt unweit von Zürich einen inspirierenden Ausflug bieten. Oberhalb von Spreitenbach und Dietikon im Limmattal präsentiert ein Skulpturenpark das Gesamtkunstwerk des 2011 verstorbenen schweizerischen Künstlers Bruno Weber. Er schuf oft interdisziplinär: Seine Gemälde resultierten aus Landschaftsgestaltung mittels Skulptur.

Dieser fantastische Park erstreckt sich auf einer Fläche von 15.000 m²: Fabeltierfiguren, die aufwendig mit bunten Mosaiken verziert sind, schmücken eine Villa, einen Wasserpark, Türme und Säulen im ganzen Areal.

Tipp: Sehr gut auch für Kinder und zum Rasteinlegen geeignet. An zahlreichen Tischen lässt sich wunderbar picknicken.

Bruno Weber Stiftung | Zur Weinrebe 3 | CH-8953 Dietikon | Zufahrt: via Stadthalle Dietikon.

Tel.: +41 44 740 02 71

Danke fürs Lesen.

Andy_Signature

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