NACH EINEM ELEFANTEN AM PARADEPLATZ, JETZT EIN MINIHAUS FÜR OERLIKON

Das Duo Fischli/Weiss ist weltberühmt für seine humorvollen Werke – nun steht ein Schlüsselwerk in der Zürcher Agglomeration.

«Haus» wurde erstmals 1987 an der «Skulptur Projekte» in Münster gezeigt.
Die neue Version von «Haus» besteht aus wetterfestem Aluminium und wird innen von einem Gerüst stabilisiert. Bild: Pierluigi Macor

Eingeklemmt zwischen Velorennbahn, dem Hallenstadion und einem modernen Hotelkomplex, zu gross für ein Modell und zu klein für ein richtiges Gebäude: Das neue Haus in Oerlikon irritiert in vielerlei Hinsicht. Natürlich ist das beabsichtigt. Denn das Gebäude mit dem schlichten Namen «Haus» ist ein Werk des Künstlerduos Peter Fischli und David Weiss.

«Haus» wurde erstmals 1987 an der «Skulptur Projekte» in Münster gezeigt (im selben Jahr, aus dem der berühmte Film «Lauf der Dinge» stammt). Damals bestand es aus Sperrholz und Plexiglas – und wurde später zerstört. Augenzwinkernd bezeichneten die Künstler den Bau als «Ikone mittelständiger Macht und Prachtentfaltung». Auch das ist natürlich eine ironische Beschreibung. Denn das Haus ist ein unauffälliges und funktionales Gewerbegebäude. Ein Bautyp, der in vielen suburbanen Zonen zu finden ist – auch in Oerlikon. Deshalb haben sich die Verantwortlichen des Projekts gemeinsam mit Peter Fischli für diesen Standort entschieden. Den organisatorischen und vor allem finanziellen Kraftakt – das Werk hat einen Wert von zwei Millionen Franken – möglich gemacht hat die Kunstsammlerin Maja Hoffmann, die das Werk der Stadt Zürich schenkte.

Ob Wurstscheiben, Autopneus oder eben ein simples Gebäude: Das Triviale und scheinbar Unspektakuläre interessierte Fischli/Weiss immer besonders. Im öffentlichen Zürcher Raum ist das auch an den «Moosfelsen» in Uster oder der «How to Work Better»-Wandinstallation neben den Zuggleisen in Oerlikon zu sehen. Dass nun eines ihrer Schlüsselwerke – nach einem Zwischenstopp in New York vor dem Guggenheim Museum – in der Stadt steht, in der die beiden jahrelang lebten und bis zu David Weiss’ Tod arbeiteten, scheint ein überaus passender Lauf der Dinge zu sein.

Quelle: Annik Hosmann/ Züritipp

Mi, 19 Uhr
Offene Rennbahn
Thurgaustr. 2, http://www.stadt-zuerich.ch
An der Eröffnung sprechen u. a. Peter Fischli, Maja Hoffmann und Filippo Leutenegger

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